Das ICH

Ein Schritt zurück: Nullpunkt


Eine der häufigsten Fragen, die sich Menschen in Sharings (Gespräche auf Augenhöhe, die nicht auf Frage/Antwort basieren) immer wieder stellen, ist:

Wer bin ich wirklich?

Das so genannte ICH besteht aus zwei Anteilen … und nein, diese Spaltung ist KEINE Krankheit, das ist keine Abnormität, das ist Bewusstheit.

Östliche wie westliche Philosophien teilen das ICH in

• „Fremd-Ich“ (Ego) und
• „Eigen-Ich“ (Selbst) auf.

Als Selbst komme ich auf die Welt und mit jedem äußeren Einfluss (Eltern, Schule, Experten, Unterhaltungsmedien) wächst der Ego-Anteil, bis das Ego zu unserer eigentlichen Existenz wird.

Das Ego nährt den Verstand, trifft nun alle lebenswichtigen Entscheidungen, es vergleicht, wertet und erwartet permanent Resultate und Erfolge. Es macht Druck. Darum soll es nun im Leben gehen, es wird zum „Leben“. Auf unser Wohlbefinden wirkt sich das allerdings abträglich aus, auch wenn oft kein unmittelbarer Zusammenhang hergestellt wird.

Das Selbst, in dem unsere tatsächlichen Talente, Möglichkeiten und Aufgaben liegen, zieht sich mehr und mehr in das Unterbewusste zurück, je weiter wir uns von diesen tatsächlichen Möglichkeiten wegbewegen. Es wird zum „Geist“, zu einer flüsternden Stimme des Unterbewussten.

Das Selbst wartet darauf, wieder entdeckt zu werden. Ist dies nicht der Fall, setzt es Signale. Es bedient sich der Intuition. Wir kommen aus dem Gleichgewicht, werden krank, physisch wie psychisch. Körper und „Geist“ bewegen sich in unterschiedliche Richtungen.

Mit der Rückbesinnung auf das Selbst, auf den Zustand bei unserer Geburt, beantwortet sich auch die Frage von selbst, ob „denn Kinder schon meditieren sollen?“. Diese Frage braucht sich gar nicht zu stellen. Kinder kennen ihre Möglichkeiten am allerbesten, sie kommen damit auf die Welt und das ist noch nicht so lange her. Der Meditationslehrer lässt dem Kind seine Entwicklung, begleitet liebevoll und teilt seine Erfahrung … so nahe an der Quelle als möglich.

 

Der essentielle Schritt … die Verbundenheit